Spitzbuben lunzen hinter der Jalousie

Besonders viel Freude bereitet es jedem von uns, seine Mitmenschen heimlich zu beobachten. Das ist natürlich nicht gerade die feine englische Art, vor allem dann, wenn es sich um sehr private Situationen handelt. Doch manchmal passiert es ganz zufällig, dass man durch ein Loch im Zaun die Nachbarn beim Flirten erwischt oder die Lamellen in der Wohnung gegenüber nicht richtig geschlossen sind, so dass man die übergewichtige Dame von Gegenüber bei ihren täglichen Gymnastikübungen beobachten kann.
So richtig Spaß macht das natürlich nur, wenn man seine Freude über diese Beobachtung mit jemandem teilen kann, wenn man sich zusammen im Verborgenen heimlich ins Fäustchen lachen muss, um nicht selbst entdeckt zu werden und vor allem immer wieder, wenn einem die Nachbarin oder der Nachbar in den nächsten Tagen über den Weg laufen. Dann erinnert man sich sofort wieder an die peinliche Bilder.
Da können Sie jetzt denken oder sagen was Sie wollen – jeder hat so etwas schon mal getan. Wenn nicht als anständiger Erwachsener, so doch als neugieriges Kind. Und wenn es nur darum ging, durchs Schlüsselloch im Wohnzimmer zu beobachten, wie die Mutter die Weihnachtsgeschenke einpackt. Oder heimlich durch die Jalousie zu lunzen, wo die Eltern das Osterkörbchen im Garten versteckt, um es anschließend schneller zu finden. Doch gerade dadurch verrät man sich! Ein richtiger Spitzbube tut deshalb immer so, als hätte er nichts gesehen, tut so als wüsste er von nichts und verhält sich so, als wäre nichts geschehen. Wer das nicht kann, sollte es lieber sein lassen, andere heimlich zu beobachten. Denn beim Spionieren oder Lunzen erwischt zu werden, ist tausendmal peinlicher als selbst beobachtet zu werden und überhaupt nicht mehr zum Lachen.